Geheimnis des Glaubens –
Im Tod ist das Leben
Nach Vollendung unseres irdischen Daseins hält Gott ein neues Leben für uns in seiner ewigen Gegenwart bereit.
Diese zentrale Verheißung des christlichen Glaubens wird anhand biblischer Texte in den folgenden Predigten exemplarisch entfaltet.
Hier sehen Sie Zusammenfassungen. Die PDF-Datei mit der vollständigen Predigt erreichen Sie, indem Sie jeweils auf den unterstrichenen Titel klicken.
„Lass die Schleier fallen einst in deinem Licht“
Österliche Abschiedsfeier für eine Frau,
die im Alter von 74 Jahren infolge einer Krebserkrankung verstorben ist.
Die Predigt erinnert an A.L. und erzählt von ihrer tiefen, stillen Glaubensgewissheit. Sie liebte das Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy. Diese Musik begleitete sie auch in ihren letzten Stunden auf der Intensivstation. Als ihr Leben sich dem Ende zuneigte, erklangen die tröstenden Worte: „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ Auch wenn sie diese Worte wohl nicht mehr bewusst hören konnte, so sie doch sicher ihre Seele erfüllt, als sie sich vertrauensvoll Gott überließ.
Oft sagen wir, ein Mensch sei im Tod „zu Gott heimgekehrt“. Die Predigt stellt diese Vorstellung behutsam infrage: Wenn wir in Gott leben, uns bewegen und sind (vgl. Apg 17,27-28), dann sind wir von Anfang an in ihm zu Hause – oft ohne es wirklich zu wissen. A. aber ist in diese Gewissheit hineingewachsen. Sie hat wenig darüber gesprochen, doch man spürte es: in ihrer Art, in ihrer Nähe, in der Weise, wie sie andere auf ihrem geistlichen Weg begleitete. Diese innere Verbundenheit mit Gott wirkte ansteckend und bleibt vielen als Geschenk in Erinnerung.
Was also geschieht im Tod? Paulus beschreibt es so: Jetzt erkennen wir Gott nur wie in einem trüben Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht (vgl. 1 Kor 13,12). Ein Schleier liegt über unserem Erkennen, solange wir leben. Im Tod fällt dieser Schleier. Genau darauf hat A. sich gefreut – voller Erwartung, fast wie ein Kind am Heiligabend, kurz bevor sich die Tür öffnet.
Gräber hatten für A. wenig Bedeutung. Der geliebte Mensch ist nicht dort, sondern in Gott und im Herzen der Zurückbleibenden. So gelten die Worte des Engels am Ostermorgen auch für sie: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lk 24,5) A. lebt nun in der ewigen Dimension Gottes, jenseits von Raum und Zeit. Ihr Grab ist ein Ort der Erinnerung für uns – doch sie selbst dürfen wir bei Gott wissen, von ihm erkannt und in ihm geborgen.
© Walter Mückstein
Demnächst folgen weitere Predigten
