„Alle Jahre wieder“ dürfen wir in der Weihnachtszeit neu entdecken, dass Gott uns durch Jesus, das Kind in der Krippe, nahe kommt und uns seine Liebe schenkt.
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Die Zusammenfassungen wurden mit Hilfe von KI erstellt.
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2. Sonntag nach Weihnachten
Und das Licht leuchtet in der Finsternis
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Zu Beginn eines neuen Jahres wünschen wir einander von Herzen alles Gute, Frieden und Segen. Diese Wünsche berühren etwas Tiefes in uns: die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, nach Helligkeit und einer möglichst unbeschwerten Zukunft. Gleichzeitig wissen wir nur zu gut, dass unser Leben nicht auf der Sonnenseite bleibt. Dunkle Schatten gehören ebenso dazu – persönliche Krisen, Krankheit, Ungerechtigkeit, Leid und die vielen Nachrichten aus einer verwundeten Welt.
Genau hier setzt das Weihnachtsevangelium des Johannes an. Es spricht vom göttlichen Logos – vom Wort, vom Sinn und vom Grund der Welt. Dieses Wort bringt Leben und Licht. Wo Leben aufblüht und es innerlich hell wird, da ist Gott gegenwärtig. Doch Johannes verschweigt nicht die Realität: Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis bleibt bestehen. Gottes Kommen hebt die Dunkelheit nicht einfach auf.
In Jesus wird Gott „Fleisch“ – verletzlich, vergänglich, mitten in der menschlichen Wirklichkeit. Er wohnt nicht in Palästen, sondern schlägt sein Zelt unter uns auf: provisorisch, einfach, unterwegs. Jesus kommt nicht, um eine ideale Welt zu erschaffen, sondern um unsere reale Welt zu teilen – mit all ihren Brüchen, Ängsten und Widersprüchen. Gott identifiziert sich mit unserem Leben, so wie es ist.
Darum sollen auch wir das neue Jahr realistisch beginnen. Wir brauchen keine heile Welt erwarten – weder global noch persönlich. Es wird Lichtblicke geben, aber auch Dunkelheit. Die tröstliche Botschaft lautet: Gott ist nicht nur im Licht zu finden, sondern gerade auch in den dunklen Momenten. In allem will er uns begegnen – im Schönen wie im Elenden. Wenn wir lernen, mit offenen Augen und Herzen zu leben, kann selbst das Unvollkommene zu einem Ort der Hoffnung werden. So wird unser Leben, trotz allem, von Gottes Gegenwart durchdrungen. Dann wird das neue Jahr 2026 gesegnet sein.
© Walter Mückstein
Neujahrstag 2026: Erfüllte Zeit
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Der Neujahrstag lädt dazu ein, über unseren Umgang mit Zeit nachzudenken
Viele Menschen erleben ihre Zeit entweder als leer oder als übervoll. Beides kann belasten. Leere Zeit fühlt sich sinnlos an, überfüllte Zeit erzeugt Stress. Oft sind wir innerlich gar nicht wirklich da, wo wir gerade sind. Wir hetzen von Moment zu Moment, in der Hoffnung, irgendwann beim „eigentlichen Leben“ anzukommen – und merken doch: Es fühlt sich nie ganz richtig an.
Dabei haben wir technisch gesehen so viel Zeit gewonnen wie nie zuvor. Doch mit jeder Erleichterung wachsen auch die Erwartungen. Schnell geschriebene Mails oder Handy-Nachrichten führen zu immer mehr Kommunikation und zu dem Druck, ständig erreichbar zu sein. Die Zeit scheint trotzdem nie zu reichen.
Die Bibel spricht von der „Fülle der Zeit“. Gemeint ist nicht möglichst viel Zeit, sondern erfüllte Zeit – eine Zeit, in der alles seinen richtigen Moment hat. Das Buch Kohelet erinnert daran, dass jedes Geschehen seine Stunde hat. Zeit ist dann erfüllt, wenn der Zeitpunkt stimmt. Das gilt für große Entscheidungen genauso wie für den Alltag.
In der Lesung (Gal 4,3-11) schreibt Paulus, dass Gott – als die Zeit dafür erfüllt war, seinen Sohn gesandt hat, um uns eine neue Freiheit zu schenken. Paulus mahnt dazu, dieses Geschenk auch anzunehmen und nicht immer wieder in alte Muster zu verfallen.
Jesus lebte aus einem tiefen Gottvertrauen heraus und hatte ein feines Gespür für die richtige Zeit. Er ließ sich nicht drängen, aber er zögerte auch nicht, als seine Stunde gekommen war. Vin ihm können wir lernen: Wir müssen nicht Sklaven der Zeit sein. Auch wir dürfen frei mit unserer Zeit umgehen – ohne uns von Erwartungen oder Leistungsdruck beherrschen zu lassen.
Die Zeit ist Geschenk Gottes. Sie ist nicht leer, weil Gott selbst in ihr gegenwärtig ist. Sie muss auch nicht überfüllt sein. Denn: Unser Wert hängt nicht davon ab, wie viel wir leisten. Wir dürfen im Hier und Jetzt leben – frei, gelassen und getragen vom Vertrauen, dass Gott uns das Leben in Fülle schenken will.
© Walter Mückstein
Fest der Heiligen Familie 2025 – Familiensonntag
Familie als Ort der Hoffnung
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Die letzten Verse aus der heutigen Lesung (Kol 3, 12–21) stoßen oft auf Widerstand – besonders im Blick auf die hier beschriebene Rolle der Frauen. Das Neue Testament aber beschreibt zunächst einmal die Realität seiner Zeit – die patriarchale Familie, in der „der Papa der Bestimmer“ war. Es geht nicht darum, dieses Modell für alle Zeiten vorzuschreiben, sondern zu fragen: Wie leben Menschen in solchen Strukturen gut miteinander? Darum die Mahnung an die Männer, ihre Frauen nicht zu verbittern und ihre Kinder nicht einzuschüchtern. Ein Thema, das leider bis heute aktuell ist, wenn wir an häusliche Gewalt denken.
Gleichzeitig weitet sich heute unser Blick: Familie ist heute viel mehr als Vater, Mutter, Kind. Patchwork- und Regenbogenfamilien, Pflege- und Adoptivfamilien, Alleinerziehende, Solomütter, Verwitwete – all das sind Orte, an denen Menschen miteinander leben, lieben, streiten, scheitern und neu anfangen. Entscheidend ist nicht die Form, sondern die Haltung: Wie gehen wir miteinander um?
Der diesjährige Familiensonntag stellt die Familie als „Ort der Hoffnung“ in den Mittelpunkt – gerade in einer Zeit voller Krisen, Unsicherheit und Ängste. In der Familie können Trost, Ermutigung, Vertrauen wachsen. Da wird Hoffnung weitergegeben – von Alt zu Jung und von Jung zu Alt. Ein Besuch eines Kindes bei einem kranken Menschen kann mehr sagen als viele Worte. Hier lernen wir zu glauben, dass es weitergeht, auch wenn vieles dunkel aussieht.
Die Lesung bringt diese Hoffnungshaltung so auf den Punkt: „Bekleidet euch mit Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld … ertragt und vergebt einander … vor allem bekleidet euch mit der Liebe.“
© Walter Mückstein
Weihnachtstag
1) „Immer wieder wird er Mensch geboren“ (2025)
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In seinem Gedicht „Der Heiland“ schreibt Hermann Hesse das weihnachtliche Geschehen fort in die Gegenwart und in unser Leben. Die Predigt geht an diesem Gedicht entlang.
Hesse fasst in seinem Gedicht zusammen, worum es an Weihnachten in seinen Augen im Kern geht: „Immer wieder wird er Mensch geboren … kommt uns nah und geht uns neu verloren.“ Gott ist einmalig Mensch geworden in Jesus – damals in Bethlehem. Er hat dann nur 33 Jahre gelebt. Und doch war sein Leben nicht nur eine kurze Episode der Weltgeschichte. Bei seinem Abschied sagt er seinen Jüngern zu: „Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“ Das heißt, nicht nur für Hermann Hesse: „Immer wieder wird er Mensch geboren“, wenn Menschen sich von seinem Geist erfüllen lassen, wenn sie lieben, trösten, heilen, aufrichten – so wie er.
Hesse beschreibt aber auch die andere Seite: Der Heiland trägt die Not der Menschen, er steht an der Seite der Leidenden – und wird dafür immer neu „ans Kreuz geschlagen“. Das kennen alle, die sich einsetzen für Gerechtigkeit, Frieden, die Ausgegrenzten und dabei auf Widerstände stoßen. Gottes Liebe stößt nicht nur auf offene, fromme Ohren, sondern oft auf taube. Manchmal scheint das Dunkel stärker zu sein als das Licht. Gott scheint fern und schweigend. Und doch: Gott bricht seinen Bund nicht. Er will immer wieder „das Himmlische ins Tal der Sünden“ tragen, sein ewiger Geist will hinein in unser vergängliches Leben, um es von innen her zu verwandeln.
So ist der Heiland auch heute unterwegs – mitten in unseren Ängsten, Tränen, Fragen. Er begegnet uns im stillen, freundlichen Blick eines Menschen, im mutigen Wort, im unscheinbaren Dienst. Vielleicht nehmen wir das oft nicht wahr, weil unsere Augen zu „erwachsen“, zu abgeklärt sind. Nur Kinderaugen, sagt Hesse, können diesen Blick wirklich aushalten. Also dürfen wir Gott bitten: Schenk uns wieder solche Kinderaugen. Lass uns dich erkennen in den Menschen um uns herum. Und mach uns selbst bereit, dass du durch uns „Mensch wirst“ – heute, hier, in dieser Welt.
© Walter Mückstein
2) Im Anfang war der Sinn (2024)
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Die Predigt zum Weihnachtstag kreist um einen großen Satz – und um eine große Sehnsucht. „Im Anfang war das Wort“, schreibt der Evangelist Johannes. (Joh 1,1) Doch was ist dieses „Wort“, dieser Logos? Goethe lässt seinen Faust darüber nachdenken und kommt Schritt für Schritt weiter: Wort, Sinn, Kraft, Tat. Genau dort setzt die Predigt an. Denn diese Suche ist auch unsere eigene. Gerade an Weihnachten spüren viele von uns die Sehnsucht nach Leben, nach Erfüllung, nach einem Sinn, der trägt.
Der Blick geht zurück an den Anfang der Bibel: Gott spricht – und es geschieht. Seine Worte sind nie leer, sie schaffen Wirklichkeit. Darum ist der Gedanke nicht abwegig, dass im Anfang nicht nur ein Wort stand, sondern eine wirksame Tat voller Kraft. Und doch bleibt besonders eine Übersetzung hängen: „Im Anfang war der Sinn.“ Denn die Sinnfrage lässt uns Menschen nicht los. Leid und Tod werden kaum erträglich, wenn sie sinnlos erscheinen. Das gilt für persönliches Leid ebenso wie für das unfassbare Leiden Unschuldiger, das uns auch an Weihnachten erschüttert.
Der Sinn, so macht die Predigt deutlich, muss nicht erfunden werden. Er ist von Anfang an da. Alles, was Gott geschaffen hat, trägt Sinn in sich. Viktor Frankl hat das in seiner Logotherapie so beschrieben: Sinn will entdeckt werden, nicht gemacht. Und das Evangelium geht noch weiter: Dieser Sinn ist nicht abstrakt geblieben. Er ist Mensch geworden. Gott selbst ist der Sinn – greifbar, verletzlich, klein. Im Kind von Bethlehem wird sichtbar, dass unser Leben Bedeutung hat, auch wenn es unscheinbar erscheint.
Weihnachten lenkt unseren Blick weg vom Großen und Spektakulären hin zum Kleinen und Alltäglichen. Dort, wo wir oft keinen Sinn vermuten, kann er wachsen. Nicht das, was wir leisten, macht unser Leben sinnvoll, sondern wer wir sind: geliebte Kinder Gottes. Aus seiner Fülle dürfen wir leben – Tag für Tag, Gnade über Gnade, Sinn über Sinn.
© Walter Mückstein
Christmette 2025
Inneren Frieden finden
im Licht der Weihnachtsbotschaft
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Wir hören jedes Jahr das Weihnachtsevangelium (Lk 2,1-14) – und vielleicht denken manche insgeheim: „Kenn ich doch schon.“ Gleichzeitig leben wir in einer Welt, die uns pausenlos mit News überschwemmt. Alles muss neu, aufregend, sofort sein. Abermitten in diesem Dauerrauschen merken viele: Ich bin müde. Multitasking, Dauererreichbarkeit, Perfektionismus. Unser Leben bietet viele Freiheiten, aber genau das erzeugt oft Stress.
Die Bibel kennt das Wort „Stress“ zwar nicht, aber sie kennt das Gefühl sehr gut: das Volk Israel unter Druck in Ägypten, David im Kampf mit den Philistern, Jesus in Konflikten mit den Pharisäern und Schriftgelehrten. Und mitten hinein in all das klingt in der Heiligen Nacht der Ruf der Engel: „Friede auf Erden“: Nicht nur kein Krieg, kein Streit, sondern ein tiefes Wohlsein, inneres Zur-Ruhe-Kommen, heil werden. So etwas wie Gottes Version von Wellness – nicht oberflächlich, sondern mit echter Tiefe.
Die Bibel sagt: Der eigentliche Stress beginnt da, wo der Mensch sich von Gott trennt und glaubt, alles allein schaffen zu müssen. Dann wird das Leben zum Überlebenskampf, zur ewigen Selbstoptimierung. Weihnachten setzt genau da an: Gott schaut unser Getriebensein an, hat Erbarmen – und kommt selbst hinein in unsere „Erde“, in unseren Ackerboden voller Mühsal. In Jesus zerbricht er das Joch, das uns drückt. Nicht indem er alle Probleme einfach löst, sondern indem er uns wieder verbindet mit der Quelle des Lebens.
Innerer Friede heißt nicht: Alles ist leicht. Innerer Friede heißt: Inmitten von Chaos und eigener Unvollkommenheit ahne ich eine Liebe, die größer ist als meine Angst und mein Leistungsdruck. Wenn wir Gott die Ehre geben, ihm unser Leben anvertrauen und uns von seiner Liebe formen lassen, dann verliert der innere Antreiber an Macht. Der selbstgemachte Stress hat nicht mehr das letzte Wort.
Weihnachten sagt: Mitten in dein oft anstrengendes leben spricht Gott dir seinen Shalom zu. Er kommt auf die Erde – damit du leben kannst. Wirklich leben. In Fülle.
© Walter Mückstein
